Normalerweise war der Abend anders geplant gewesen, ganz entspannt im AKZ zu Recklinghausen sitzen und den gewohnten entspannten Klängen während der Punkrock-Kneipe lauschen. Aber daraus sollte nix werden…
Denn es kam die Info, das heute das Götz Widmann-Konzert anstehen würde, wozu ich schon vor knapp zwei Monaten eingeladen wurde. Also kurzerhand die Pläne geändert und ab nach Essen in den Zeche Carl. Dort angekommen musste ich dann feststellen, das sich seit meinem letzten Götz Widmann-Konzert in der Zeche Carl vor knapp vier Jahren einiges getan hat in Sachen Bekanntheitsgrad der ehemaligen Joint Venture-Hälfte. Damals war der Saal noch so aufgeteilt, das die Zuschauer auf der Bühne sassen und Götz mitten im Zuschauerraum ohne Verstärker spielte und sang. Heute war der Sall fast komplett bestuhlt, was der ganzen Sache aber keinen negativen Touch verlieh, da die zahlende Kundschaft zum grössten Teil wusste, was sie erwarten würde, und dementsprechend gut gelaunt war.
Den Anfang machte dann Heinz Ratz, der ansonsten als Sänger von Storm + Wasser bekannt sein dürfte, mit einer kurzen amüsanten Lesung aus seinem neuesten Buch, was auch ein guter Opener für den Abend war. Nachdem er noch einen Song von Strom + Wasser a capella zum Besten gab, ging es dann auch übergangslos mit Götz Widmann weiter, der auch direkt mit dem Joint Venture-Klassiker “Das zwischen den Beinen” anfing. Es folgten dann erstmal einige Songs seines neuen Tonträgers “Habt euch lieb”, den er ja erstmals nicht alleine, sondern mit ‘ner Band aufnahm, zu der zufälligerweise auch Heinz Ratz gehörte, so das er ihn bei den folgenden Stücken am Bass begleitete. Nachdem die neuen Sachen gespielt waren, ging es dann weiter mit Eduard, den Götz so schnell wie möglich spielen wollte, damit die ihn nervenden Zwischenrufe aufhörten.
Jetzt hiess es Klassiker auf Klassiker – wobei ich jetzt zu faul bin, sie alle aufzuzählen – bis zur Pause, die aber leider durch das kommerzgeile Publikum fast eine dreiviertel Stunde statt der angekündigten 15-20 Minuten dauerte.
Nach der Pause hatte ich dann leider nur noch die Möglichkeit fünf Songs von Götz Widmann zu hören, da es auch schon hart auf Mitternacht zuging, aber die DB nicht bereit war, einen Zug für mich bereitzustellen. Aber wenigstens gab es noch zwei sehr aufklärende Songs direkt hintereinander – und zwar
Chronik meines Alkolissmuss
und
Hank starb an einer Überdosis Haschisch
Als Letztes bekam ich dann leider nur noch Götz’ grössten Wunsch nach fickenden Politikern zusehen zu dürfen mit, da es hiess, Abgang oder die halbe Nacht in Altenessen verbringen.
Eventuell schaff ich es ja beim nächsten Mal wieder, ihn ganz zu sehen!